Kirche im Kiez

Kirche im Kiez

Liebe Leserin, lieber Leser,

"7 Wochen ohne Pessimismus" – so lautet das Fastenmotto der evangelischen Kirche für das Jahr 2020. "Zuversichtlich sein" ist das Stichwort. "Wie soll das denn gehen?", fragt man mich hier in der Gemeinde. Ein Rezept oder eine Bedienungsanleitung für die Beantwortung dieser Frage habe ich natürlich auch nicht, aber ich glaube, Zuversicht kann und muss man einüben. An Optimismus muss man sich hin und wieder erinnern. Hoffnung will wachgekitzelt werden.
Die Fastenaktion schlägt vor, sich Sätze der Zuversicht aufzuschreiben. "Was macht dir Mut? Was trägt dich durch Krisen?" In der ZEIT lese ich gerne die Rubrik "Was mein Leben reicher macht". Es ist schön mitzubekommen, was für tolle Geschenke sich für andere Menschen im Alltag verstecken, weil sie hingeschaut haben.
Neulich kam bei uns zuhause die Idee auf, ein Dankbarkeitsglas aufzustellen. Auf Zettel aufschreiben, wofür man dankbar ist, einwerfen, aufheben und sich später daran erinnern, womit man im Leben gesegnet ist. Als ein "Handwerk" bezeichnete der Theologe Manfred Josuttis die Religion. Das Heilige kann erfahrbar gemacht werden durch Tun. Durch Singen und Beten, Lesen und Hören, Verstehen und Hinterfragen, Wiederholen und Einüben. Damit die Spiritualität im Alltag ankommen kann, braucht es Training und Rituale, die natürlich für jeden und jede ganz unterschiedlich aussehen können. Und damit, da bin ich mir sicher, kann man auch Zuversicht lernen.
Die Fastenzeit ist perfekt dafür geeignet, das mal auszuprobieren. Da macht man dann aus 7 Wochen OHNE einfach mal 7 Wochen MIT Dingen, die was gegen unseren Pessimismus tun. Ich werd´s mal versuchen, vielleicht funktioniert´s ja. Gutes Gelingen!

Pfarrerin Rebecca Marquardt

(Sprechzeit: mittwochs 16.00-18.00 Uhr im Pfarrbüro und nach Vereinbarung. Am 19.2.2020 muss die Sprechstunde leider entfallen.

 

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Veröffentlicht am 31.05.2019 in Welt Panorama